Das Paket – Sebastian Fitzek

Herr Fitzek und ich hatten einen schlechten Start. Bestseller Autoren haben es zusätzlich besonders schwer bei mir. Doch dann las ich Noah, eine feurige Liebe entstand und wir fanden doch noch zueinander. Mit „Das Paket“ hat er das zarte Band unserer Beziehung auf eine harte Zerreißprobe gestellt.

Eine Frau wird in ihrem Hotelzimmer überfallen und missbraucht von einem Täter, den sie den Frisör nennen, denn er entfernt seinen Opfern die Haare. Mit diesem Trauma versucht die Protagonistin ihr Leben zu meistern und erfährt dazu noch weitere. Ihre psychischen Schäden finden beginnend viel Beachtung. Hier beginnt es dann aber völlig auszuufern. Gefühlt beginnen nun mehrere Geschichten mit exakt einer Person. Diese Erzählzweige werden jedes Mal so im Detail aufgebaut, dass zunächst klar ist, dass sie an die Hauptgeschichte anschließen, aber mitnichten. Ich habe recht schnell den Überblick verloren, wo sich hier der rote Faden findet, außer, dass es dabei immer um ebendiese Frau geht. Am Ende steht der Leser vor vielen offenen Fragen, die in einer für mich nicht nachvollziehbaren Weise überstürzt und nicht rund aufgelöst werden. Ich bin maßlos enttäuscht und habe nicht mit so einer Enttäuschung gerechnet.

Das Buch als solches ist jedoch ein Bestseller, habe ich da irgendwas fehlinterpretiert oder nicht verstanden. Bitte schreibt mir, wenn es jemanden gibt, dem es genauso geht.

Birdbox – Josh Malerman

Schatz, da gibt es bald einen Film auf Netflix, möchtest du das Buch vorher noch lesen? So fangen viele Bücher bei mir an. Ich sehe einen Film und bereue es dann, dass ich das Buch nicht gelesen habe. Andersherum ist der Film meist schlechter als die eigene Fantasie, aber in dieser Reihenfolge habe ich mir wenigstens kein gutes Buch verdorben. So kam ich also zu Birdbox. Birdbox ist vor Jahren schon als „Der Fluss“ erschienen, jetzt aber anlässlich der Verfilmung neu aufgelegt unter dem Originaltitel, der natürlich auch einen saftigeren Preis zur Folge hat.

Nach einer Leseprobe auf Englisch (auch aus Preisgründen) entschied ich, dass ich dies meistern kann und es ist ganz hervorragend geglückt.

Die Geschichte ist skurril. Irgendetwas treibt die Menschen in den Wahnsinn, bis sie nicht anders können und sich das Leben nehmen. Du kannst dich lediglich schützen, wenn du es, was auch immer es ist, nicht siehst. So wird Melorie gezwungen auf der einen Zeitebene mit zwei Kindern in dieser neuen Welt zurecht zu kommen und ihr Überleben zu sichern. Auf der anderen Ebene findet sie sich in der neuen Situation in einem neuen sozialen Umfeld zunächst ein. Ihr Weg ist phasenweise ungemein spannend und meistens ungewiss, denn nicht nur der Leser, sondern auch die Protagonistin erleben ihre Umgebung meistens blind.

Aus vielen anderen Endzeitromanen weiß man, dass so eine Auslöschen der kompletten Menschheit immer auch zwischenmenschliche Katastrophen mit sich bringt und auch hier werden spannende Passagen in Dunkelheit durch menschliche Krisen unterbrochen und bilden ein gutes Spannungsbild ab. Das Ende lässt mich etwas verwirrt zurück, bietet es doch noch Stoff für mindestens zwei weitere Bücher und ist für mich nicht ganz geglückt. Vorher hat es mich jedoch gut unterhalten und schneidet deswegen trotzdem positiv ab. Eine Empfehlung für Thrillerliebhaber, auch wenn der Thriller hier sicher noch steigerungsfähig wäre. Auf jeden Fall kann hier auch ein sehr guter Film entstanden sein, den ich unbedingt sehen muss.

Leichenblässe – Simon Beckett

Der dritte Fall des David Hunter führt ihn in die Body Farm nach Tennessee. Diese existiert auch real und nutzt das Lagern von Leichen in der Natur zur Erlangung neuer Erkenntnisse zum Verwesungsprozess. Die Reihe begeisterte mich bereits mit den Vorgängern wie Kalte Asche.

Auf der Body Farm plant David durch Forschung wieder zu sich zu finden, von den Erfahrungen seines letzten Falls noch schwer geprägt. Schnell findet er sich als Unterstützung seines Freundes in einem sehr ungewöhnlichen Umstand wieder. Denn dieser Mordfall hebt die Gesetze der Biologie aus den Angeln. Nichts ist wie es scheint und schnell wird klar, dass jemand ein gefährliches Spiel mit ihnen spielt.

Die Geschichte hat mich Stunden an meinen Lesesessel gefesselt, hat dadurch nicht lange gehalten und mich immer mal wieder ins Schwitzen gebracht. David Hunter ist zudem ein wahnsinniger Sympathieträger, für den ich immer wieder schnell in jeder Situation Mitgefühl entwickeln kann. Jedem geneigten Thriller-Leser, der auch mal etwas ab von der Norm lesen möchte, gebe ich eine unbedingte Leseempfehlung.

Passagier 23 – Sebastian Fitzek

Im Urlaub musste schnell weg zu lesende Spannung her, die finde ich bei Fitzek recht sicher, wenn sie mir auch gelegentlich zu reißerisch und flüchtig ist. Die Bücher berühren einen selten tiefer, aber man wird gut unterhalten. Das ist in diesem Buch zu meiner vollen Zufriedenheit passiert.

Martin, ein Ermittler der seine Familie verlor und seitdem ein gleichgültiges Leben führt, wird kontaktiert das mysteriöse Verschwinden einiger Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes zu klären. Doch genau auf diesem Schiff verlor er auch seine Frau und seinen Sohn und ist damit doppelt betroffen. Es sind bereits zu Beginn viele Personen in den Fall verwickelt und nichts ist, wie es zunächst scheint. Die Geschichte hält viele Wendungen bereit und kann eine permanente Spannung aufrecht erhalten, auch der Kontakt zu den Charakteren wird,trotz meiner befürchteten Flüchtigkeit, bestens hergestellt.

Absolute Leseempfehlung! Gerade auch für Gelegenheitsleser sehr geeignet.

Passagier 23 – Sebastian Fitzek

Im Urlaub musste schnell weg zu lesende Spannung her, die finde ich bei Fitzek recht sicher, wenn sie mir auch gelegentlich zu reißerisch und flüchtig ist. Die Bücher berühren einen selten tiefer, aber man wird gut unterhalten. Das ist in diesem Buch zu meiner vollen Zufriedenheit passiert.

Martin, ein Ermittler der seine Familie verlor und seitdem ein gleichgültiges Leben führt, wird kontaktiert das mysteriöse Verschwinden einiger Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes zu klären. Doch genau auf diesem Schiff verlor er auch seine Frau und seinen Sohn und ist damit doppelt betroffen. Es sind bereits zu Beginn viele Personen in den Fall verwickelt und nichts ist, wie es zunächst scheint. Die Geschichte hält viele Wendungen bereit und kann eine permanente Spannung aufrecht erhalten, auch der Kontakt zu den Charakteren wird,trotz meiner befürchteten Flüchtigkeit, bestens hergestellt.

Absolute Leseempfehlung! Gerade auch für Gelegenheitsleser sehr geeignet.

Hjorth Rosenfeldt – Der Mann, der kein Mörder war

Wieder einmal ein Überraschungstitel. Das Cover sprach mich überhaupt nicht an und auch die Zusammenfassung las sich wie jede andere eines Krimis oder Thrillers. Meine Lesegruppe und das Los haben entschieden, dass ich mich diesem Buch trotzdem widme. 

Also ging ich auf die Reise mit Sebastian Bergmann, einem Psychologen, der schon lange nicht mehr als Berater für die Polizei gearbeitet hat. Der Verkauf seines Elternhauses und andere private Wendungen lassen die Wege mit seiner vergangenen Tätigkeit wieder kreuzen. Doch dort ist er nicht recht beliebt, denn er ist ein egoistischer, sexsüchtiger Misantroph. Dieser Umstand erschwert zwar seinen Alltag, mich als Leser belustigt es jedoch sehr und gibt dem Fall eine individuelle Note.

Der Fall selbst ist spannend, hat einige ungeahnte Wendungen und ich habe bis zum Schluss gerätselt. Ich habe das Buch eingesogen wie schon lange keines mehr. Die Reihe ist uneingeschränkt zu empfehlen.

Des Teufels Gebetsbuch – Markus Heitz

Was für ein Buch. Es geht um ein Kartenspiel, aber nicht irgendeines, denn dieses hat besondere Kräfte. Damit wird auch Thadaeus Boch konfrontiert. Der ehemalige Spielsüchtige arbeitet in einem Casino und weiß um die Macht des Spiels, doch dieses hier ist anders. Superieur ist ein Spiel auf Leben und Tod, denn wer das Pik Ass zieht ist tot. Gespielt wird um die besonderen historischen Karten, die eine unerklärbare Macht auf ihren Besitzer haben. Doch was stellen diese Karten erst an, wenn sie alle wieder vereint werden?

Dieser Frage geht nicht nur Thadaeus auf den Grund, auch eine Menge mächtige Menschen haben es darauf abgesehen. Es beginnt eine Jagd um das Teufels Gebetbuch, was mir vor Spannung so manches Mal den Atem geraubt habt. Parallel taucht man ein in das 18. Jahrhundert, in dem das Kartenspiel noch im geheimen Gemäuern gespielt und unter Strafe stand. Und hier sind wir am Entstehungsort des Höllenblattes. 

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, wie schon lange keines mehr. Ich habe mit den Charakteren mitgefiebert und gejagt, bin eingetaucht und habe gebangt. Ich schätze Markus Heitz sehr für seine Bücher und dieses landet sicher bei meinen Büchern des Jahres.

Kalte Asche von Simon Beckett

Mein zweiter Ausflug mit David Hunter ging auf die Insel Runa. Dort wird er hinzugezogen zu einer verbrannten Leiche, die er in altbekannter Art untersucht. Außerdem gerät er wieder in die weiteren Geschehnisse herein und ist an den Mordfällen näher dran, als ihm lieb ist.

Die Fälle des David Hunters bieten einen ganz anderen Einblick in die Pathologie und dem Leser somit eine Herangehensweise an die Morde, die man so noch nicht gelesen hat. Er überführt die Täter durch die Analyse biologischer und chemischer Verwesungsprozesse und seinem besonderen Gespür für die Täter.

Ich kann die Reihe uneingeschränkt weiter empfehlen und freue mich, dass Simon Beckett meine Reihe abgebrochener Bücher beendet hat.

Schändung von Adler Olsen

Der zweite Thriller vom schrulligen Komissar Carl Mørck und seinem Helfer Assad hat mich wieder völlig eingefangen. In diesem Fall wird man mit einer Gruppe Sadisten konfrontiert, die ihre Erfüllung im grenzenlosen Quälen von Tieren und Menschen erleben. Mit genügend Geld und Ansehen tun sie dies auch noch völlig ungestört. Die Ermittlungen sind dabei über die gesamte Zeit spannend und der Einblick in menschliche Abgründe lässt den inneren Voyeur mit großen Augen stehen.

Ein spannendes Thema, ein besonderer Humor und ich kann mich nicht mehr lösen. Leseempfehlung!