We are okay – Nina LaCour

Mal wieder ein englisches Buch, welches mich mit tollen Empfehlungen und einem schönen Cover begeistert hat. Bei englischen Büchern begeistern mich auch zwei andere Dinge: die Tatsache eine Nicht-Muttersprache so zu beherrschen, dass ich ein ganzes Buch darin lesen kann und in die Geschichte ähnlich eintauche wie in meiner eigenen Sprache. Der zweite Grund ist ein sehr praktischer, englische Bücher sind günstiger. Dieser Grund ist nicht unerheblich, wenn man Bücher verschlingt wie andere Zigaretten.

In der Geschichte geht es um ein Mädchen, welches ihrem Leben entflieht und auch als Leser weiß man zunächst nicht wovor sie eigentlich davon läuft und was zudem zwischen ihr und ihrer Freundin vorgefallen ist. Schnell wird klar, dass dieser Freundin etwas an ihr liegt und sie sie nicht aus ihrem Leben lassen will. Die Gefühle, die sie darauf erwidert übersteigen eine Freundschaft jedoch, was eine Klärung der Umstände erschwert.

Die Beziehung der zwei jungen Frauen steht hier eindeutig im Mittelpunkt, man kann auch immer wieder mitfühlen und leidet mit den Protagonisten. Große Spannungsspitzen braucht man als Leser nicht erwarten, die braucht das Buch auch nicht. Es hat mir wirklich gut gefallen, sprachlich hat es mich mehr herausgefordert aber ich konnte trotzdem gut folgen.

Der Neue

Da ist er, der Neue, der Tolino Vision 4HD, nicht mehr ganz frisch, denn ganze zwei Bücher habe ich auf ihm schon gelesen. Eines davon war mein begonnenens Papierbuch, welches mit Übergröße und 600 Seiten mir bereits nach 10 Minuten lesen unterwegs zu lahmen Armen geführt hat. Ein Zustand über den sich mein Umfeld köstlich amüsieren konnte, vor allem die lautstarken Klagen dazu und ich mich immer gefragt habe „wie habe ich das denn früher gemacht?“.

Als der neue also ankam ist das mindestens 5kg wiegende Buch mit großer Bestimmtheit an seinen Platz in meinem Bücherregal gewandert und ich habe es auf dem Reader nochmal gekauft. Der neue hat mich direkt überzeugen können mit seiner angepassten Lichttemperatur, die das Lesen auch zu später Stunde für mich noch angenehmer macht. Auch das nutzen der Onleihe klappte nach Anmeldeschwierigkeiten überraschend gut und die Auswahl über die Stadtbibliothek Stuttgart ist enorm, auch wenn man dank großer Nachfrage gerade bei bekannten, neuen Büchern mal bis in den Mai auf der Warteliste steht. Ich habe jedoch genug Bücher, die ich immer schon mal lesen wollte und die mir zu teuer waren, die ich dort alle entdeckt habe.

Die Technik führt bei mir zum einzigen Punktabzug. Der Kindle kommt mir deutlich leistungsstärker vor. Er blättert schneller, bewegt sich im Shop flüssiger und hatte bei mir selten Ausfälle. Beim Tolino ist alles etwas schwerfälliger und ein Systemabsturz und ein leerer Akku, der sich leider nicht ankündigt hat mir zwei langweilige Stunden beim Arzt beschert.

Absolut großartig für mich ist er dennoch, denn dank Hotspot Nutzung der Telekom kann ich nun direkt vom Reader in der Buchhandlung meiner Wahl einkaufen und somit die ganzen tollen Läden unterstützen , die mich egal wo ich bin immer wieder warm und duftend empfangen und mich auf buchbegeisterte Händler treffen lassen, die immer einen guten Vorschlag für mich haben.

Bye, bye Baby!

Lange lese ich schon ausschließlich elektronisch, obwohl ich mich lange dagegen gewehrt habe. Bücher riechen immerhin viel besser, das Geräusch einer geblätterten Seite geht für mich schon als Kurzmeditation durch. Aber E-Book Reader sind einfach unschlagbar praktisch, vor allem seit sie leuchten.

Eine Entscheidung musste ich vor circa 5 Jahren nicht wirklich treffen, denn ich war ein großer Amazon Fan und da war es naheliegend auch von dort einen Reader zu wählen und auch der Nachfolger vor 3 Jahren war von dort. Perfekt waren für mich vor allem die Buchempfehlungen, die immer auf mein Leseverhalten abgestimmt waren.

In diesem Punkt hat Amazon stark nachgelassen, ich bekomme mittlerweile mehr Empfehlungen, die darauf abzielen die ungeliebten KindleUnlimited Bücher an den Leser zu bringen. Dazu hat sich seitdem auch mein Kaufverhalten verändert. Ich schätze immernoch die Schnelligkeit und permanente Verfügbarkeit einer Amazon Bestellung, doch habe ich nun mehr die lokalen Geschäfte im Blick, denn Amazon braucht mein Geld nun wirklich nicht.

Ein weiterer Punkt ist für mich die OnLeihe, bei der ich Bücher aus der Stuttgarter Stadtbibliothek beziehen kann, bisher jedoch nur über mein Tablet (auf dem ich sehr ungern lese). So landetet ich beim Buchhandel Osiander, der mit Sitz in Tübingen hauptsächlich in Baden-Württemberg vertreten ist und seit kurzem der Tolino Allianz angehört. Der Tolino beherbergt eine für mich sehr interessante Neuerung durch das sich verändernde Licht, welches sich in seiner Farbe an die Tageszeit anpasst und dadurch augenschonender sein soll, was meinen Migränekopf aufhorchen lässt.

Es wird also Zeit für ein neues Abenteuer und ich bin schon etwas wehmütig beim Blättern der letzten Seite meines gealterten Begleiters, den auf der Rückseite mein geliebtes Autogramm von Markus Heitz ziert. Ich bin gespannt auf neue Erfahrungen und freue mich, wenn mein neuer Begleiter in den nächsten Tagen bei mir einzieht. Mein alter folgt jetzt einer Tradition und geht auf die Reise zu meiner liebsten Natalie, die dann jetzt auch mit Licht lesen darf.

Tad Williams – Der Drachenbeinthron

Lange, lange hat mich dieses 1000Seiten Werk um den Küchenjungen Simon gefesselt, der in den Kampf um die Thronfolge gerät. Zwei Brüder, ein Thron und jede Menge Verbündete im Kampf zum Sieg.

Klassische High Fantasy. Viele Charaktere, die sich aber doch vom Üblichen unterscheiden. Der Autor nimmt sich Zeit diese einzuführen und ein Bild zu zeichnen, Ihre Charakter zu erfassen und ausreichend darzustellen. Für mich war es dadurch deutlich besser möglich, mich nicht 2 Seiten später zu fragen „Wer war das eigentlich?“.

Insgesamt ein wirklich sehr gutes Werk, welches ich in seiner Gänze leider nicht voll erfassen konnte. Es mag sicher an meinen Krankheitsphasen liegen, die es mir über Tage nicht möglich machen mein Buch in die Hand zu nehmen, sodass ich erst einmal einige Zeit brauchte um in die Geschichte wieder einzusteigen. Es ist aber auch sonst kein Buch, in dem man abends mal schnell 2 Seiten liest, denn dann vergeht einem schnell der Spaß.

Leipziger Buchmesse 2017

Mein erster Besuch in Leipzig und gleich zur Buchmesse. Wir sind am Vorabend angereist und haben uns gleich auf den Weg in die Stadt gemacht, in der es an jeder Ecke Hinweise zu Lesungen gibt, die um die Messe herum zu Hauf stattfinden. In eine davon hatte ich mich bereits im Vorfeld verliebt. Markus Heitz liest mit Jussi Adler-Olsen im Landgericht für 100 Personen. Die Karten werden eine Stunde vorher kostenlos ausgegeben. So standen wir trotz Vorlauf leider zu spät in der Schlange und rund 10 Personen vor uns hieß es „wir sind leider voll“. Sehr schade, aber es war großartig mit den unterschiedlichsten Menschen in der Schlange zu stehen, die Lust auf Lesungen hatten. Es herrschte in der ganzen Stadt ein Hauch von Leselust.

Auf der Messe selber gab es deutlich mehr mitzunehmen als in Frankfurt, zum Beispiel kostenlose Leseexemplare und Bücher konnten mit Messerabbat direkt gekauft werden. Die Lesungen waren weiter verstreut, teilweise nach Themen sortiert, so richtig zurecht gefunden habe ich mich nicht, aber das war eher meiner fehlenden Planung geschuldet.

Mein größter Gewinn war mal wieder Markus Heitz, der mir den Mund auf sein neues Buch wässrig gemacht hat, sowie ein Mann den ich vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. „Michael Tsokos“ der in seinen Büchern aus seinem Arbeitsalltag als Gerichtsmediziner berichtet. Ich liebe Romane aus der Gerichtsmedizin und seine sind sicherlich nochmal ein Highlight durch die Nähe zur Realität. 

Insgesamt war es einfach zauberhaft mit so vielen Büchern und Autoren und dem einen oder anderen spannend aussehenden Cosplayer zusammen zu sein. Ich liebe dieses gemeinschaftliche Gefühl der Bücherliebe, daher sicherlich nicht meine letzte Messe.

Weihnachtsversuchslabor

Weihnachten ist nicht mehr weit und schon lang steht nicht mehr die klassische Gans auf dem Speiseplan…. auf meinem schon dreimal nicht. Die liebe Familie macht es mir leicht und isst mit mir vegan. Jetzt bin ich gefragt dieses Entgegenkommen mit einem würdigen Festschmaus zu belohnen. Da werden dann Töpfe und Pfannen gewirbelt und im November schon mal der Weihnachtsaufstand geprobt. Mein Linsenbraten ist völlig auseinandergehalten, der Hilfeschrei ins WorldWideWeb geschickt und gleich einen Zettel voll Tipps und weiteren Rezepten gesammelt. Mein Liebster wird also noch einige Linsen- und Nussbraten probieren müssen, bis das finale Menü steht. Ich denke es gibt Schlimmeres….

Was gibt es bei euch zu Weihnachten? Wie individualisiert sind eure Menüs?

Frankfurter Buchmesse 2016

Mein Lesehighlight des Jahres.  So denke ich verklärt an meinen letzten Besuch in Frankfurt. Es ist ein großartiges Gefühl, mit so vielen Menschen zusammen zu sein, die alle das Lesen lieben.

Auch liebe ich es, mir Geschichten vorlesen zu lassen. Wenn es die Menschen tun, die sie erschaffen haben, stellen sich alle Härchen an meinem Körper auf. Es ist so magisch mit den Menschen zu sprechen, die mich entführen, mir den Atem rauben und meinen Tag bereichern. So auch die Begegnung mit Markus Heitz, einer der herausragendsten Fantasy Autoren für meinen Geschmack.

Darunter findet sich eine für mich sehr ominöse Spezies, die in Kostümen von Comichelden über den Marktplatz flanieren und ihre Auszeit aus dem realen Leben mit Menschen genießen, die eine ebenso grenzenlose Fantasie haben. Somit treffen dann doch zwei Personengruppen zusammen, die zumindest beide die Realitätsflucht genießen, im Spiderman Kostüm oder in einem Thriller.

Dabei verdrängt habe ich die Massen an Menschen, die sich in einer einzigen für den Leser interessanten Halle durch die Gänge schieben. Eine riesige schlecht sortierte Buchhandlung in der man keine Bücher kaufen kann (zumindest samstags sind viele Bücher nicht zu erwerben). Trotzdem sehe ich mich im nächsten Jahr wieder verliebt auf den Herbst zusteuern und meinen Liebsten zu drängen, dass sich eine Fahrt nach Frankfurt bereits im letzten Jahr gelohnt hat.

 

Deutscher Buchpreis 2016-So ist das mit den Erwartungen….

Ich habe ein Buch abgebrochen, aber nicht irgendein Buch, sondern den deutschen Buchpreis Gewinner 2016, Widerfahrnis von Bodo Kirchhoff. Nachdem bis zur Hälfte einfach nur zwei Menschen in einem Auto gen Italien reisen und ich keinerlei Bezug entwickeln konnte,musste ich mich befreien.

Das passiert mir leider sehr oft mit den Büchern, die eine hohe Erwartung aufbauen. Spiegel Bestseller landen bei mir auch häufig halb gelesen oder durchgequält in der Ecke. Was sagt das jetzt über meinen Lesegeschmack aus? Ich decke nicht die Norm ab, tanze aus der Reihe…..

Alles halb so schlimm, wenn man denn rechtzeitig erkennt, dass ein Buch keine Freude mehr bereitet und sich erfreulicherer Lektüre widmet. Also ab unter die Decke und ins nächste Abenteuer. Oder wie seht ihr das?

Harry Potter und das verwunschene Kind von J.K. Rowling

So lange ist mein letzter Potter her und mir war gar nicht bewusst, wie sehr mir die Abenteuer von Potter, Granger und Weasley gefehlt haben.

Diese Geschichte kommt als Theaterdrehbuch daher und es hat mich keine Sekunde gestört. Das Harry- Potter -Gefühl war vollständig da. Nur ist man in diesem Buch mit den Kindern unterwegs. Was sich für mich im letzten Band als lahmer Blick in die Zukunft präsentierte, funktionierte so unerwartet gut. Harrys Sohn Albus Severus Potter steht im Schatten seines Vaters und leidet sehr darunter. Die Auswahl seiner Freunde und Vorlieben lässt zwischen dem Zaubernachwuchs und dem großen Retter eine scheinbar unüberbrückbare Kluft entstehen.

Die Story ist immer wieder spannend und ich habe das Buch in fast einem Rutsch aufgesogen und jetzt wo es vorbei ist, rutsche ich in eine „Buchdepression“. Kennt ihr dieses Gefühl wenn ein schönes Buch zu Ende ist und ihr es nicht gehen lassen könnt? Ich wäre so gerne noch ein wenig mit den Potters unterwegs gewesen.

Zwetschgenknödel

Herbstzeit = Zwetschgenzeit. Ich liebe die Gerichte, die uns der Herbst bringt. Unter anderem dieses leckere, für die mit Thermomix und die ohne Version.

600g mehlig kochende Kartoffeln

8 Zwetschgen

4 Würfelzucker

180g Weizenmehl

50g Pflanzenöl

750g Wasser

Salz

100g Semmelbrösel

Zimt nach Belieben

Kartoffeln geschält und geschnitten in den Mixtopf und mit Wasser bedecken, 95Grad Stufe 1, 25 Minuten oder im Topf gar kochen.

Abtropfen, abkühlen lassen. Zwetschgen waschen, entsteinen und abtupfen. Würfelzucker halbieren und ein Stück in die Zwetschge legen.

Abgekühlte Kartoffeln mit Mehl, Öl und einer Prise Salz in den Mixtopf und mit Linkslauf 1 Minute Stufe 2 oder mit den Händen bzw. dem Handrührgerat zu einem Teig verarbeiten. Mit feuchten Händen 8 Knödel formen und in Mitte die Zwetschgen einarbeiten. Dafür drücke ich den Teig zu einer Platte in die Handfläche, lege die Zwetschge darauf und Klappe die Ränder nach oben. dann Knete ich den Knödel bis die Füllung nicht mehr rausschaut.

Semmelbrösel in der Pfanne braun anrösten und Zimt und Zucker unterheben.

Die Knödel in den gefetteten Varoma legen und 20Minuten auf Varomastufe, mit 750g Wasser im Mixtopf, garen. Alternativ in Wasser kochen bis sie aufsteigen.

Die Knödel in der Brösel-Zuckermischumg wälzen und unter freudigem Seufzen genießen.

Das Obst lässt sich auch durch Aprikosen austauschen. Dazu schmeckt eine Soße oder ein Kompott aus der gleichen Obstsorte.