Das Labyrinth der träumenden Bücher – Walter Moers

Zamonien, Zamonien, wo könnte es schöner sein. Mein viertes Buch in diesen Gefilden, nach Die Stadt der träumenden Bücher und in ferner Vergangenheit den „13 1/2 Leben des Käptn Blaubär“ und „Rumo & die Wunder im Dunkeln“. Hier fühle ich mich wohl und aufgehoben. So musste die Fortsetzung für einen ganz besonderen Moment aufgehoben werden und begleitete mich über die Weihnachtstage. Danach habe ich mir ein wenig Faulheit genehmigt und dadurch erst jetzt wieder den Weg in die Realität zurückgefunden, um darüber zu berichten.

Das Labyrinth der träumenden Bücher war die perfekte Wahl für die Weihnachtstage. Es kam sofort ein Gefühl von Heimat und Wohlgefühl auf und ich kuschelte mich erwartungsvoll in die kuschelige Decke abgedrehter Fantasie, um dort die Weihnachtstage zu genießen. Hildegunst von Mythenmetz hat sich als gefeierter Autor auf die Lindwurmfeste zurückgezogen und fristet dort ein mehr oder weniger erfolgreiches Leben. Wenn er ehrlich mit sich ist, hat ihn schon lange das Orm verlassen und von dem einst bedeutungsvollen Lindwurm ist kaum mehr übrig als ein verfressener, übergeschnappter Greis. Täglich genießt er seine nicht abnehmenden Lobesbriefe, bis ihn einer davon so dermaßen erschüttert, dass er loszieht, um nach Buchhaim zurückzukehren. Denn dieser Brief ist von ihm selbst und verkündet die Rückkehr des Schattenkönigs. Die Rückkehr begleitete ich mit wachsender Begeisterung und fühlte mich selbst wie zurückgekehrt, bis der Leser dem Puppetismus begegnet.

Was noch als interessanter Etappenpunkt beginnt mit den unterschiedlichen Figuren, Theatern und deren Geschichten, zieht sich in epischer Breite ähnlich eines Wisschenschafsberichtes über die Hälfte des Buches und der erwartete Showdown mit dem Schattenkönig tritt einfach nicht ein. Denn hier endet das Buch, von jetzt auf gleich. Was anderen Zamonien Anhängern völlig selbstverständlich bekannt ist, musste ich im Buch direkt schmerzlich erfahren. Das Buch hat kein Ende, da Walter Moers es nicht fertig geschrieben hat. Zunächst vertröstet er im Nachwort die Leserschaft und kündigt einen zweiten Teil mit dem Schloss der träumenden Bücher an, welcher zunächst immer wieder verschoben und bis heute nicht erschienen ist. Dass lässt mich etwas ratlos und unzufrieden zurück. Doch beweist Moers als Autor auch großen Mut, indem er zugibt, dass manchen Kreativitäten einfach mehr Zeit benötigen, als man zunächst angenommen hat. Böse Zungen würden hier behaupten, auch ihn hätte das Orm verlassen, doch wünsche ich mir als zurückgelassene Zamonienbesucherin, man möge mich doch bitte wieder einsammeln und mit aufs Schloss nehmen, bitte.

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Veröffentlicht von

juliaimwunderlandblog

Ich bin Julia, werde dieses Jahr das dritte Mal 29 und arbeite mit Menschen mit Handicaps. Meine Arbeit und mein verträumter Geist lenken meinen Fokus immer wieder auf die schönen Dinge des Lebens. Manchmal ist es nur ein Bild oder ein Essen oder ein Buch, welches einen in eine Welt entführt, die frei ist von dem, was uns täglich belastet.

3 Gedanken zu „Das Labyrinth der träumenden Bücher – Walter Moers“

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