Weit weg von Verona – Jane Gardam

Nach einigen Buchabbrüchen musste ich mir mal etwas gönnen, was mich einfach angelacht hat. Cover, Titel und eine Autorin, die ich noch nicht kannte.

Mit dem Anfang habe ich mich wirklich schwer getan. Jess, die einfach immer die Wahrheit sagt, verursacht damit einen Haufen Probleme. In der Schule, unter Freunden, nirgends scheint es richtig rund zu laufen. Doch als ich mich dann einließ auf diese junge Frau, die im Krieg und in der Pubertät versucht ihren Weg zu finden, fühlte ich mich ihr sehr viel näher.

Der Schreibstil ist anders, die Geschichte hat keine Höhen oder Tiefen, aber immer wieder ein Schmunzeln, wenn man an die eigene Pubertät erinnert wird. Egal wie spaßig es an manchen Stellen wird, taucht schnell der Verweis auf, dass dieses Mädchen immer eine Gasmaske bei sich trägt, denn es ist Krieg. Dies lässt viele Gedanken und Situationen in einem völlig anderen Licht zurück und macht auch ein bisschen nachdenklich.

Insgesamt ein schönes Buch.

Serverland – Josefine Rieks

Was hat mich da bloß geritten? Stellt euch vor, wir befinden uns in der Zukunft. Der 11. September hat das Ende des Internet eingeleitet. Wie sieht die Welt ohne World Wide Web aus?

Dazu bekommt man nur einen kurzen Eindruck, dafür lernt man einen sammelwütigen Postbeamten kennen, der sich in Basteleien an alten Laptops verliert, bis er an Meyer gerät. Zusammen entdecken sie Hallen voll mit alten Servern, über die sie sich hermachen. Ab da habe ich das Gefühl auf einem Treffen bekiffter Computernerds gelandet zu sein, gepaart mit einem Hauch Regierungsstürzung, die an umgreifender Anarchie scheitert. Wer macht es mit wem und wo kriegt man die nächste Mahlzeit her? Fragen die meinen Alltag in keiner Weise berühren und die interessante Idee von einer Welt ohne Internet komplett in den Hintergrund drängen.

Danke, dass das Buch nach 125 Seiten zu Ende war.

Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe – Michelle Marly

Gerade beeindrucken mich starke Frauen und mein Kitschbarometer wollte wahrscheinlich auch mal wieder ausschlagen. So landete also dieses Buch auf meinem Tolino und ich bin nicht enttäuscht worden.

Der Leser begleitet die junge Coco, die als erfolgreiche Modedesignerin ihre große Liebe verliert. Dazu kämpft sie aufgrund ihrer niederen Herkunft in den höheren Kreisen wiederholt um ihren Status. So wächst in ihr der Wunsch dem Andenken ihrer Liebe ein Denkmal zu setzen. Die teilnehmenden Wegbegleiter sind schillernde Persönlichkeiten wie Picasso oder ihre beste Freundin.

Das Buch war Herzwärme und Spaß, ein Ausflug in die Vergangenheit und das Treffen einer starken Frau. Ich freue mich, dass es in unserer Geschichte Frauen gibt, die den Weg geebnet haben, damit ich in der Freiheit leben und erfolgreich sein kann, die ich so liebe. Ein toller Schmöker zwischendurch.