Die Geschichte des Wassers – Maja Lunde

Was bedeutet eigentlich Wasser für uns? Es umgibt uns jeden Tag und wir nutzen es völlig selbstverständlich, verschwenden es manchmal sogar. Doch was passiert, wenn es nicht mehr da ist? In ihrem zweiten Roman nach Die Geschichte der Bienen, setzt sich Maja Lunde erneut mit einem Thema unserer nahen Zukunft auseinander. Ich mag Romane, die mir auch ein wenig kritisch aufzeigen, was um mich herum passiert, deswegen war es für mich unumgänglich auch das Folgebuch zu lesen.

In zwei Zeitebenen wird der Leser durch das Thema Wasser begleitet. Die erste Ebene spielt in Norwegen in der Gegenwart. Eine Frau, eng mit dem Wasser verbunden, erzürnt durch das Verhalten ihres Ex- Freundes, der die Natur und die Meere ausbeutet. Zum einen will sie tätig werden, um ihm sein Verhalten aufzuzeigen und reflektiert dabei immer wieder die Vergangenheit. Zum Anderen macht sie ihre Liebe zum Meer für den Leser, durch die Fahrten mit ihrem Boot und damit verbundenen starken Emotionen, erlebbar.

In der Zukunft begegnet man einem Vater und seiner Tochter in einer Zeit, in der Wasser bald nur noch eine Erinnerung zu werden scheint. Damit verbunden sind kriegsähnliche Zustände in einer Welt, in der das Überleben nicht mehr sicher ist. Auch hier war für mich immer wieder spürbar, wie eine Entwicklung unserer Erde aussehen könnte und welche Ängste damit verbunden sind.

Mich hat die Geschichte gefesselt und berührt. Das tut sie sicher nicht, durch immer wieder wechselnde und aufregende Handlungsverläufe, selten konnte mich etwas wirklich überraschen, aber ich war den Charakteren sehr nahe und dem Thema verbunden, sodass es mich noch ein paar Tage nachhaltig beschäftigt hat. Aufgrund einer einfachen, tragenden Sprache würde ich dieses Buch jedem empfehlen, der sich nicht genervt abwendet von unserer sich zum Bewusstsein entwickelnden Gesellschaft und der Lust auf eine schöne Geschichte hat.

 

Der Gefangene des Himmels – Carl Ruiz Zafon

Lange ist es her, dass ich in den Geschichten um den Friedhof der vergessenen Bücher gelesen habe. Durch die Neuerscheinung des vierten Buches, bin ich auf den Autor erneut aufmerksam geworden. Die Reihe besteht aus einzeln lesbaren Büchern, die sich beim Friedhof der vergessenen Bücher treffen. Dieser ist der dritte Teil.

Wie auch die beiden vorigen Bände schwingt die Liebe zum Buch im alten Barcelona allgegenwärtig mit. Hier wird der Leser auf eine Reise in die Vergangenheit von Fermin, dem Mitarbeiter der Buchhandlung Sempere und Söhne, in den spanischen Bürgerkrieg mitgenommen. Diese Reise ist zeitweise emotional oder auch temporeich. Auch die Themen und Personen der Gegenwart mit ihren Problemen stehen immer wieder im Mittelpunkt.

Ich bin so glücklich wieder auf diese Reihe aufmerksam geworden zu sein. Schnell fand ich mich gefangen in den emotionsträchtigen Geschichten, dieser besonderen Atmosphäre, dem Spaziergang durch das zauberhafte Barcelona vom Lieblingssessel aus.

Elefant – Martin Suter

Martin Suter ist ein Autor, um den ich schon sehr lange herum schleiche. Das Cover von „Elefant“ lächelte mich dazu immer wieder an und machte mich neugierig. Was genau erwartet man von einem Buch für Erwachsene, welches ein rosa Elefant ziert? So ganz sicher konnte ich das auch nicht beantworten, auf jeden Fall nicht das was ich bekam.

Die Charaktere, ein indischer Elefantenflüsterer im Zoo, ein Obdachloser und eine Tierärztin könnten unterschiedlicher nicht sein. Das Thema dazu ist Genmanipulation, jedoch umgesetzt in einer berührenden Geschichte über Menschlichkeit und Werte unserer Gesellschaft. An vielen Stellen hat die Geschichte wirklich mein Herz erwärmt. Die Vorstellung, es könnten wirklich rosa Minielefanten hergestellt werden, ist erschreckend und entzückend zugleich.

Suters Art Worte einzusetzen und Bilder von Personen und Emotionen entstehen zu lassen, hat mich sehr begeistert.