Fingerhutsommer – Ben Aaronovitch

Ein Ausflug mit Peter Grant war in den vorherigen Bänden der Serie immer eine gute Erfahrung. Dieses Mal sollte es aufs Land gehen, wo zwei Mädchen vermisst werden.

Die Geschichte plätscherte ganz angenehm dahin, Spaß machte sie mir dabei, denn es ging ja um den magischen Ermittler aus London. Peter besticht mit seinem Witz und einer unkonventionellen Art Magie in der Moderne anzuwenden, oft zum Leidwesen seines magischen Ausbilders Nightingale.

Der Einsatzort weit auf dem Land gibt erstmal nicht viel her, als ein paar schrullige Begegnungen mit der absolut Klischee erfüllenden Landbevölkerung. Da kommt es der Geschichte sehr entgegen, dass eine alte Bekannte dazustößt und dem Fall zum Ende hilft ordentlich Tempo aufzubauen.

Der fünfte Teil der Serie ist sicherlich nicht sein stärkster, aber weiterlesen muss ich unbedingt.

Die Stadt der träumenden Bücher – Walter Moers

Oh mein Gott, ich verneige mich vor diesem Autor. Mit jedem weiteren Teil steigt meine Begeisterung. Nach Käptn Blaubär und Rumo habe ich mich auf das Abenteuer mit Hildegunst von Mythenmetz in die Stadt der träumenden Bücher begeben.

Nach anfänglichen „häh?“ und verwundertem Kopfkratzen kam ich in der Geschichte an und war völlig in ihren Bann gezogen. Hildegunst macht sich nach dem Tod seines Dichtpaten von der Lindwurmfeste auf nach Buchhaim, um dem Ursprung eines mächtigen Manuskriptes auf dem Grund zu gehen. Die Abenteuer in die er dabei gerät sind unbeschreiblich und deren Bewohner so unsagbar fantasievoll und witzig. Besonders bei den Buchlingen wäre ich gerne eine Zeit lang eingezogen und hätte erstmal eine ordentliche Buchdiät genossen.

In das zamonische Reich konnte ich herrlich abtauchen und alles um mich herum ausblenden, was einer der Hauptgründe für meine Liebe zu guter Fantasy ist. Bei weitem schafft das nicht jedes Buch und jeder Autor, dazu gehört nämlich ein großes Quäntchen Irrsinn, der den Bezug zur eigenen Realität völlig kappt. In der Stadt der träumenden Bücher geht es darüber hinaus ununterbrochen um die Liebe zum geschriebenen Wort auf viele unterschiedlich Weisen und stellt somit eine so zauberhafte Liebeserklärung ans Lesen dar.

Entweder liebt oder hasst man die Abenteuer des Walter Moers, für mich defintiv eines meiner Highlights dieses Jahr.

Leichenblässe – Simon Beckett

Der dritte Fall des David Hunter führt ihn in die Body Farm nach Tennessee. Diese existiert auch real und nutzt das Lagern von Leichen in der Natur zur Erlangung neuer Erkenntnisse zum Verwesungsprozess. Die Reihe begeisterte mich bereits mit den Vorgängern wie Kalte Asche.

Auf der Body Farm plant David durch Forschung wieder zu sich zu finden, von den Erfahrungen seines letzten Falls noch schwer geprägt. Schnell findet er sich als Unterstützung seines Freundes in einem sehr ungewöhnlichen Umstand wieder. Denn dieser Mordfall hebt die Gesetze der Biologie aus den Angeln. Nichts ist wie es scheint und schnell wird klar, dass jemand ein gefährliches Spiel mit ihnen spielt.

Die Geschichte hat mich Stunden an meinen Lesesessel gefesselt, hat dadurch nicht lange gehalten und mich immer mal wieder ins Schwitzen gebracht. David Hunter ist zudem ein wahnsinniger Sympathieträger, für den ich immer wieder schnell in jeder Situation Mitgefühl entwickeln kann. Jedem geneigten Thriller-Leser, der auch mal etwas ab von der Norm lesen möchte, gebe ich eine unbedingte Leseempfehlung.