Nachtblau – Simone van der Vlugt

Zu meiner Verteidigung voran „Ich lese keine Frauenromane“, dennoch ist dieses Buch als historischer Frauenroman einzustufen. Angefangen hat alles mit einer sehr schönen Rezension von Lesen… in vollen Zügen und einem so schönen Cover.

In der Geschichte geht es um eine Frau, die ihr Heimatdorf aufgrund schwieriger Umstände verlässt und die große langersehnte Welt sucht. Sie begegnet dort ihrer Leidenschaft der Malerei und dem aufregenden Leben in Amsterdam.

Die Geschichte hat mich auf eine wohlige Art und Weise mitgenommen und mir wirklich Spaß gemacht, zumal ich von meinem baldigen Urlaub in Amsterdam zu träumen anfing. Frauen, die in solch schwierigen Zeiten ihren Weg gingen haben Respekt verdient, leider kommt das Genre meist nicht ohne heftigen Herzschmerz aus, was meiner Meinung nach den Frauenroman-Ruf verursacht.

Umso schöner, dass ich mich trotzdem getraut habe und ich bin nicht enttäuscht worden. Wirklich eine schöne Geschichte, die ich bedenkenlos weiterempfehlen kann.

Die Insel der besonderen Kinder – Ransom Riggs

Film oder Buch, so oft stehe ich vor dieser Frage. Mein Liebster sagt „das soll ein toller Film sein“ und ich denke „aber ich habe doch das Buch noch gar nicht gelesen“. Lasse ich mich zum Film überzeugen, weil meine Buchwunschliste eh zu hoch ist, bedeutet das im Umkehrschluss, dass ich das Buch auf jeden Fall nicht mehr lese. Irgendetwas geht dabei mit meinen eigenen Bildern im Kopf kaputt, so meine Angst.

Bei dieser Geschichte ist nun ein Gegenbeispiel eingetroffen. Nachdem ich den Film wirklich sehr genossen habe, las ich immer wieder gute Rezensionen von Freunden, die von dem Buch sehr begeistert waren. Vor kurzer Zeit kam es dann auch noch in meiner Lesegruppe aus dem Lostopf und war damit unumgänglich und ich bin begeistert.

Die Idee einer Gruppe Kinder mit besonderen Fähigkeiten, die sich in einer Zeitschleife verstecken, vor einer Gefahr, die in der normalen Welt nicht mal annähernd erahnt würde, hat mich sehr gepackt. Zwischendurch habe ich mir immer mal wieder vorgestellt wie es wohl wäre, mit dem schwebenden Mädchen oder dem unsichtbaren Jungen zu spielen.

Die Geschichte plätschert zunächst vor sich hin, nimmt gegen Ende stark an Fahrt auf. Ich freue mich auf den nächsten Teil.

Die Terranauten – T.C. Boyle

Ein Leben unter Glas, ein eigenes Biotop und das für zwei Jahre, das ist Ecosphere, das Experiment, dem 8 Terranauten folgen. Nichts geht rein, nichts raus.

Die Geschichte reizt mich schon seitdem sie erschienen ist. Wie entwickelt sich die Welt frei von unseren täglichen Einflüssen? Was passiert mit den Menschen abgeschnitten von dem Leben was sie bisher gelebt haben? Meine Erwartungen waren hoch, die Idee wurde gut skizziert, die Umstände boten Spannung und lesen bis in die Nacht.

Das Buch hat mich wirklich gefesselt, der Naturgedanke rutschte in der Geschichte jedoch immer weiter in den Hintengrund, zumindest für den Leser. Die Kapitel teilen sich in die Schilderungen aus drei Perspektiven und hier konzentriert sich die Geschichte auf zwischenmenschliche Probleme, die nicht weniger spannend waren. Das Ende kommt völlig aus dem Nichts und löst für mich nicht die aufgebauten Probleme. Ich habe sogar ernsthaft gesucht, ob meine Onleihe Version vielleicht nicht vollständig war.

Insgesamt nicht ganz das was ich erwartet habe, aber ich fühlte mich sehr gut unterhalten und konnte mich ganz dem Gedanken hingeben wie es wäre mit ein bisschen Natur unter Glas nochmal von vorne anzufangen.

Grabesruh – Jim Butcher

Der dritte Teil der Harry Dresden Reihe stolperte mir durch eine alte Rezension über den Weg und kam mir gerade Recht. Manchmal ist es einfach wieder Zeit sich einer Reihe zu widmen, durchlesen ist irgendwie nichts für mich. Nach jedem Buch brauche ich einen Genrewechsel und möchte etwas ganz anderes lesen.

Für diesen düsteren Magier mit dem ganz besonderen Humor war es längst mal wieder Zeit. In dieser dritten Geschichte ermittelt der schrullige Harry gegen etwas zunächst unbekanntes, einen Alptraum, doch wer hat ihn beschworen? An seiner Seite sein bester Freund Michael, der als Gottes Ritter oft nicht mit den Methoden und Äußerungen unseres Protagonisten übereinkommt. Dies führt zu so manch lustigem Wortwechsel. Ohnehin ist der Humor des Magiers etwas ganz besonderes und lässt mich Brücken zu Sherlock Holmes schlagen. Der Fall ist spannend, nicht selten geht es um Leben und Tod und ich konnte oft nicht aufhören zu lesen.

Ich hatte ein paar schöne Lesestunden und werde sicher zu gegebener Zeit zu der Reihe zurück kehren, die noch viele Fälle bereit hält. Empfehlung für alle Fantasy-, Sherlock-, und Potterliebhaber.