Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe – Brian Conaghan

Die Wahl dieses Buches ergab sich aus beruflichem Interesse, da ein neuer Klient mit Tourette in meine Gruppe gekommen ist, der mit seinen Tics und Schreien unseren Alltag ganz schön auf den Kopf stellt.

Dylan Mint ist 17 Jahre alt und geht mit seinem besten Freund Amir auf eine Förderschule. Dort kämpfen sie mit den üblichen Jungs-Problemen und einer Liste mit Dingen, die Dylan noch machen möchte bevor er stirbt. Denn das ist genau in einem halben Jahr. Als wäre er damit nicht schon genug gestraft, hat er auch noch Tourette, was dazu führt, dass jede Kontaktaufnahme zu den begehrten Mädels zur Tortur wird.

Die Sprache der beiden Hauptcharaktere ist zeitweise sehr derb, so sprechen sie immer wieder sehr abwertend über die anderen „Spastis“ und ihre Behinderungen und auch der Ton untereinander ist rau und mit Abkürzungen und Insidern gespickt.

Der Slang ist mir zeitweise zu jugendlich, auch wenn es mich immer wieder schmunzeln ließ, wenn ich an meine eigene Schulzeit erinnert wurde. Die Geschichte war süß und hielt einige Wendungen bereit, die mich die Geschichte zügig aufsaugen ließ.

Auerhaus – Bov Bjerg

Ein reduziertes Cover, kaum Aussage und doch ist es mir nachhaltig im Kopf geblieben, sodass ich es unbedingt lesen wollte. Bei Auerhaus denke ich außerdem sofort an meine Kindheit, in der ich mit meinem Bruder ohne Englischkentnisse diesen Hit geschmettert habe, der wie mir später peinlich berührt klar wurde, eigentlich ganz anders heißt.

Es geht um 6 Freunde die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber doch eines gemeinsam haben: das Erwachsenwerden bereitet ihnen Probleme. Drogen, Selbstzweifel, Liebe, Sex und die Dinge an die man sich noch so erinnert. Aber vor allem geht es um Freundschaft und Zusammenhalt. Die Geschichte ist ein schöner Einblick in das Leben und die Turbulenzen dieser Heranwachsenden.

Die Sprache ist einfach, die Handlung gut zu verfolgen und man kommt auch bei kurzen Passagen schnell wieder rein. Ein schönes Buch für zwischendurch und sicher nicht mein letztes von Bov Bjerg.

Rumo – Walter Moers

Meine zweite abgedrehte Reise mit Walter Moers nach Zamonien ist aus einem inneren Bedürfnis entstanden, als ich mich an mein Abenteuer mit Käpt’n Blaubär erinnert habe. Dort begegnete mir bereits die Rasse der Wolpertinger, denen auch Rumo angehört. Die Geschichte ist ein Seitenerzählstrang und unabhängig von der Haupthandlung Zamoniens lesbar.

Rumo begleitet man von Kindesbeinen an auf seiner turbulenten Lebensreise, auf der er allerhand merkwürdigen Geschöpfen und Begebenheiten in die Arme fällt. Diese überbieten sich in ihrer Verschrobenheit permanent und mit wachsender Absurdität gegenseitig, sind hierbei doch in sich immer schlüssig. Mein absolutes Highlight ist hierbei die Behaglichkeitssteuerung des Unterblutbootes,welches sowohl durch Schnurren akustisch, als auch durch Kraulen gesteuert wird.

Am Anfang hätte ich niemals gedacht, dass ich die circa 700 Seiten durchstehe, ohne den Verstand in Zamonien zu verlieren. Doch taucht man erst einmal ein in den liebenswürdigen Wahnsinn, ist man schon sehr traurig am Ende des Buches Rumo nicht noch länger begleiten zu können. Aufkommender Fantasielosigkeit des Lesers bei der persönlichen Gestaltung der Figuren wird durch immer wieder eingestreute Bilder vorgebeugt und lässt einen ähnlich lange verweilen wie bei den unterschiedlichsten Sprachfehlern Einzelner. Wer Mut für was Außergewöhnliches mitbringt, dem wünsche ich „viel Gengnüver“.

Tomate-Spinat Quiche

Endlich mal wieder in die Küche und danach noch genug Energie zum Bloggen. Ein schmerzfreier Tag außer der Reihe muss anständig gefeiert werden. Wenn einen dann der Liebste mit diesem „Ich liebe es, wenn du für mich kochst“ – Blick anguckt, kocht es sich fast von alleine. Ich freu mich also riesig euch mal wieder mit in meine Küche zu nehmen:

Für den Teig

-330g Dinkelvollkornmehl

-150g Alsan oder andere vegane Margarine

-80ml Wasser

-Salz

Zu einem Teig verkneten, geht sehr gut mit den Händen und 30 Minuten kalt stellen. Backofen bei Ober- Unterhitze auf 200Grad vorheizen.

Füllung:

-400g Seidentofu

-2 EL Olivenöl

-2 EL Speisestärke

-1 TL Meersalz

-1 TL Kurkuma

-1 Prise Muskat

-Pfeffer, Salz

Zu einer gleichmäßigen Masse pürieren und

-1 TL Thymian

-1 TL Oregano

-1 EL Schnittlauch

-3 EL Basilikum

-1 Handvoll aufgetauten oder frischen Blattspinat

hacken ( oder wie ich gleich gefroren oder gefriergetrocknet kaufen) und in die Masse rühren. Den gekühlten Teig nun auf einem Backpapier auf die Größe einer Quicheform (in Ermangelung einer solchen tat es auch die 28er Kuchenform) mit Rand ausrollen und vorsichtig in die Form setzen. Den Rand andrücken. Im Backofen 10 Minuten verbacken.

-400g Cocktailtomaten

Halbieren. Die Füllung auf den Boden geben und die Tomaten mit der Schnittseite nach oben darin verteilen. Im Backofen 20 Minuten backen, dann die Temperatur auf 175 Grad reduzieren und weitere 15 Minuten backen. Dann den Ofen ausstellen und mindestens 10 Minuten bei geöffneter Tür nachkühlen.

Die Füllung ist in der Gemüsewahl variabel, ich habe noch ein Päkchen Schafskäse in die Füllung gebröselt, dann ist es natürlich nicht mehr vegan aber auch sehr lecker. Guten Appetit und kommentiert gerne, ob es euch auch so gut geschmeckt hat.

Hans-Josef Ortheil – Das Kind das nicht fragte

Lange saß ich vor meinem Wunschzettel und fragte mich, wie es dieses Buch dahin geschafft hat. Ein Ethnologe der in Sizilien über Dolci forscht. Mein Ergebnis war, dass ich mir sicher etwas dabei gedacht habe, schließlich wollte ich schon lange einen Ortheil- Roman lesen.

So begab ich mich nach Sizilien mit dem verschrobenen Professor Benjamin Merz, der in seiner besonderen Art mit Menschen umzugehen fast schon etwas autistisches hat. Er erkundet Land und Leute und findet seine Rolle in Mandlica, als der Professore Beniamino, die aus ihm einen neuen Menschen macht. Diese Metamorphose zu begleiten war mir ein Fest. Die Sprache von Herrn Ortheil hat dabei so viel Lyrik und Zauber, dass ich mich fühlte, als wäre ich selber dort, wäre selbst in einem kleinen Restaurant am Strand, mit Wein und Ausblick, dem Wind und das Meer in der Nase.

Sicherlich mein erstes und nicht mein letztes Buch dieses großartigen Autors. Die Lust auf dieses schöne Land hat es obendrein geweckt. Für einen fantastischen Ausflug mit der Traumfabrik kann ich diesen sizilianischen Kurztrip absolut empfehlen.

Hjorth Rosenfeldt – Der Mann, der kein Mörder war

Wieder einmal ein Überraschungstitel. Das Cover sprach mich überhaupt nicht an und auch die Zusammenfassung las sich wie jede andere eines Krimis oder Thrillers. Meine Lesegruppe und das Los haben entschieden, dass ich mich diesem Buch trotzdem widme. 

Also ging ich auf die Reise mit Sebastian Bergmann, einem Psychologen, der schon lange nicht mehr als Berater für die Polizei gearbeitet hat. Der Verkauf seines Elternhauses und andere private Wendungen lassen die Wege mit seiner vergangenen Tätigkeit wieder kreuzen. Doch dort ist er nicht recht beliebt, denn er ist ein egoistischer, sexsüchtiger Misantroph. Dieser Umstand erschwert zwar seinen Alltag, mich als Leser belustigt es jedoch sehr und gibt dem Fall eine individuelle Note.

Der Fall selbst ist spannend, hat einige ungeahnte Wendungen und ich habe bis zum Schluss gerätselt. Ich habe das Buch eingesogen wie schon lange keines mehr. Die Reihe ist uneingeschränkt zu empfehlen.