Leipziger Buchmesse 2017

Mein erster Besuch in Leipzig und gleich zur Buchmesse. Wir sind am Vorabend angereist und haben uns gleich auf den Weg in die Stadt gemacht, in der es an jeder Ecke Hinweise zu Lesungen gibt, die um die Messe herum zu Hauf stattfinden. In eine davon hatte ich mich bereits im Vorfeld verliebt. Markus Heitz liest mit Jussi Adler-Olsen im Landgericht für 100 Personen. Die Karten werden eine Stunde vorher kostenlos ausgegeben. So standen wir trotz Vorlauf leider zu spät in der Schlange und rund 10 Personen vor uns hieß es „wir sind leider voll“. Sehr schade, aber es war großartig mit den unterschiedlichsten Menschen in der Schlange zu stehen, die Lust auf Lesungen hatten. Es herrschte in der ganzen Stadt ein Hauch von Leselust.

Auf der Messe selber gab es deutlich mehr mitzunehmen als in Frankfurt, zum Beispiel kostenlose Leseexemplare und Bücher konnten mit Messerabbat direkt gekauft werden. Die Lesungen waren weiter verstreut, teilweise nach Themen sortiert, so richtig zurecht gefunden habe ich mich nicht, aber das war eher meiner fehlenden Planung geschuldet.

Mein größter Gewinn war mal wieder Markus Heitz, der mir den Mund auf sein neues Buch wässrig gemacht hat, sowie ein Mann den ich vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. „Michael Tsokos“ der in seinen Büchern aus seinem Arbeitsalltag als Gerichtsmediziner berichtet. Ich liebe Romane aus der Gerichtsmedizin und seine sind sicherlich nochmal ein Highlight durch die Nähe zur Realität. 

Insgesamt war es einfach zauberhaft mit so vielen Büchern und Autoren und dem einen oder anderen spannend aussehenden Cosplayer zusammen zu sein. Ich liebe dieses gemeinschaftliche Gefühl der Bücherliebe, daher sicherlich nicht meine letzte Messe.

Ein treuer Freund – Jostein Gaarder

Vor vielen vielen Jahren traf ich auf Herrn Gaarder in „Sofies Welt“. Unsere Wege trennten sich, da es mir zu anstrengend und zu philosophisch war. Warum auch immer reagierte ich verzückt als ich von einem neuen Buch von ihm las. Vielleicht hatte ich es meiner persönlichen Reifung zugerechnet, dass wir nun besser auskämen.

In diesem Buch begleitet man einen Mann der von seinen Erlebnissen auf Beerdigungen berichtet. Hier erfährt man sehr ausschweifend von Beziehungen der Familienmitglieder und seiner Leidenschaft für die Forschung an Wortstämmen. Zunächst mutet dies etwas schrullig an, ab der Hälfte des Buches empfand ich es als anstrengend und habe abgebrochen.

Kafka am Strand – Haruki Murakami

Murakami ist ein ganz besonderer Autor. Seine Geschichten sind verwirrend, auf den ersten Blick entziehen sie sich jeglicher Logik. Taucht man jedoch ein und lässt sich ein in diese Welt jenseits der Realität, macht alles einen Sinn und die Erzählung trägt einen.

In diesem Roman geht es um Kafka und Nakata. Die Geschichten der beiden werden einzeln erzählt, berühren sich jedoch immer wieder in unterschiedlicher Intensität. Was genau passiert ist zu konfus, um es hier darzulegen. Es geht um Liebe, Tod, Leben und vor allem die Entdeckung des Selbsts. 

Wer den Mut hat, sich auf etwas Anderes einzulassen, wird belohnt. Ich bin glücklich mich wieder einmal auf diese bezaubernde Art des Geschichtenerzählens eingelassen zu haben.