Extinction- Kazuaki Takani

Wie wäre es, wenn die Evolution ihren nächsten Schritt gehen würde ? Wie würden wir damit umgehen, wenn es auf einmal den Menschen 2.0 gäbe? In diesem Buch habe ich mir diese und weitere Fragen immer wieder stellen müssen. Es stand schon lange als eines der letzten ungelesenen Papierbücher in meinem Regal und kam endlich zum Einsatz, weil ich noch auf meinen Tolino gewartet habe.

Der nächste Schritt unserer Menschheit ist das Thema und wird aus vielen Perspektiven bearbeitet. Wie gehen wir mit unheilbaren Krankheiten um und wie damit, dass es auf einmal möglich scheint Heilmittel zu entwickeln. Wie gefährlich ist diese Entwicklung und für wen? Die Geschichte wird immer wieder sehr spannend und lässt von der Regierung, der Medizin und dem normalen Bürger immer wieder andere Sichtweisen einfließen. Zunächst ist dem Leser nicht klar, wie all dies zusammenhängen kann, doch fügt sich immer mehr ineinander, bis es in einem großen Höhepunkt ein spektakuläres Ende findet.

Das Buch hat mich häufig zum Nachdenken gebracht, berührt es doch auch immer wieder meine Realität. Die Geschichten der Protagonisten haben mich dazu auch wiederholt emotional getroffen und dadurch das Ganze sehr rund werden lassen. Das Buch hat absolut alles und hinterlässt mich nachdenklich beeindruckt. Auf jeden Fall kann ich eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

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Bye, bye Baby!

Lange lese ich schon ausschließlich elektronisch, obwohl ich mich lange dagegen gewehrt habe. Bücher riechen immerhin viel besser, das Geräusch einer geblätterten Seite geht für mich schon als Kurzmeditation durch. Aber E-Book Reader sind einfach unschlagbar praktisch, vor allem seit sie leuchten.

Eine Entscheidung musste ich vor circa 5 Jahren nicht wirklich treffen, denn ich war ein großer Amazon Fan und da war es naheliegend auch von dort einen Reader zu wählen und auch der Nachfolger vor 3 Jahren war von dort. Perfekt waren für mich vor allem die Buchempfehlungen, die immer auf mein Leseverhalten abgestimmt waren.

In diesem Punkt hat Amazon stark nachgelassen, ich bekomme mittlerweile mehr Empfehlungen, die darauf abzielen die ungeliebten KindleUnlimited Bücher an den Leser zu bringen. Dazu hat sich seitdem auch mein Kaufverhalten verändert. Ich schätze immernoch die Schnelligkeit und permanente Verfügbarkeit einer Amazon Bestellung, doch habe ich nun mehr die lokalen Geschäfte im Blick, denn Amazon braucht mein Geld nun wirklich nicht.

Ein weiterer Punkt ist für mich die OnLeihe, bei der ich Bücher aus der Stuttgarter Stadtbibliothek beziehen kann, bisher jedoch nur über mein Tablet (auf dem ich sehr ungern lese). So landetet ich beim Buchhandel Osiander, der mit Sitz in Tübingen hauptsächlich in Baden-Württemberg vertreten ist und seit kurzem der Tolino Allianz angehört. Der Tolino beherbergt eine für mich sehr interessante Neuerung durch das sich verändernde Licht, welches sich in seiner Farbe an die Tageszeit anpasst und dadurch augenschonender sein soll, was meinen Migränekopf aufhorchen lässt.

Es wird also Zeit für ein neues Abenteuer und ich bin schon etwas wehmütig beim Blättern der letzten Seite meines gealterten Begleiters, den auf der Rückseite mein geliebtes Autogramm von Markus Heitz ziert. Ich bin gespannt auf neue Erfahrungen und freue mich, wenn mein neuer Begleiter in den nächsten Tagen bei mir einzieht. Mein alter folgt jetzt einer Tradition und geht auf die Reise zu meiner liebsten Natalie, die dann jetzt auch mit Licht lesen darf.

Im Auge des Leuchtturms – Antonia Michaelis

Bücher von Antonia hebe ich mir immer auf und genieße sie so langsam , wie ich es gerade noch aushalte. Denn ich liebe ihre Sprache, die skurrilen Geschichten, die am Ende so klar und voll bedeutsamer Botschaft sind. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass in unserer Lesegruppe mein Zettel gezogen wurde und ich meine Leidenschaft nun auch teilen konnte.

In dieser Geschichte geht es um Nada, die aus ihrem durchgeplanten, absolut erfolgreichen Leben in die Vergangenheit geschickt wird, um am Meer zu sich selbst zu finden.

Bei aller Euphorie musste ich leider feststellen, dass sich diese Reise phasenweise etwas gezogen hat, das Buch wäre für meinen Geschmack mit hundert Seiten weniger in der Mitte hervorragend ausgekommen. Die Handlung in sich wieder sehr fein abgestimmt, auch wenn man zwischendurch befürchtet es verliere sich alles, findet es doch wieder zusammen. Die Sprache und die vermittelte Stimmung waren ein Highlight, also bleibt eine Empfehlung meinerseits.

Mr Aufziehvogel – Haruki Murakami

Lange nichts geschrieben, denn eine gefühlte Ewigkeit habe ich an diesem 800 Seiten Werk gearbeitet, ja das war Arbeit. Ich liebe Murakami Bücher, dieser Ausstieg aus dem Alltag in eine Parallelwelt, die völlig anderen Gesetzmäßigkeiten unterliegt. Doch ich hasse Krieg. Wenn ich meine Realitätsausstiegszeit habe, möchte ich über Krieg, Soldaten und deren politische Hintergründe nichts lesen.

In dieser Geschichte war ich immer wieder gespalten zwischen dem Zauber Murakamis, in dem es völlig normal ist, dass ein Mann in einem Brunnen sitzt, um zu sich selbst zu finden und nicht enden wollenden Kriegsschilderungen, die die Geschichte in keiner Weise vorangebracht haben. Dies hat immer wieder zu Zwangspausen geführt, die mich am Ende unzufrieden zurücklassen.

Die Geschichte selbst war das was ich erwartet habe: Ein Mann, Mr Aufziehvogel, der vom Schicksal aus der Bahn geworfen wird und sich in seinem neuen Leben einfindet. Dieser Weg ist dabei auf eine besonders schöne Arz mehr als unlogisch und doch wieder schlüssig. Für einen Ausflug ins surreale Japanparadies kann ich Murakami absolut weiterempfehlen.

Passagier 23 – Sebastian Fitzek

Im Urlaub musste schnell weg zu lesende Spannung her, die finde ich bei Fitzek recht sicher, wenn sie mir auch gelegentlich zu reißerisch und flüchtig ist. Die Bücher berühren einen selten tiefer, aber man wird gut unterhalten. Das ist in diesem Buch zu meiner vollen Zufriedenheit passiert.

Martin, ein Ermittler der seine Familie verlor und seitdem ein gleichgültiges Leben führt, wird kontaktiert das mysteriöse Verschwinden einiger Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes zu klären. Doch genau auf diesem Schiff verlor er auch seine Frau und seinen Sohn und ist damit doppelt betroffen. Es sind bereits zu Beginn viele Personen in den Fall verwickelt und nichts ist, wie es zunächst scheint. Die Geschichte hält viele Wendungen bereit und kann eine permanente Spannung aufrecht erhalten, auch der Kontakt zu den Charakteren wird,trotz meiner befürchteten Flüchtigkeit, bestens hergestellt.

Absolute Leseempfehlung! Gerade auch für Gelegenheitsleser sehr geeignet.

Passagier 23 – Sebastian Fitzek

Im Urlaub musste schnell weg zu lesende Spannung her, die finde ich bei Fitzek recht sicher, wenn sie mir auch gelegentlich zu reißerisch und flüchtig ist. Die Bücher berühren einen selten tiefer, aber man wird gut unterhalten. Das ist in diesem Buch zu meiner vollen Zufriedenheit passiert.

Martin, ein Ermittler der seine Familie verlor und seitdem ein gleichgültiges Leben führt, wird kontaktiert das mysteriöse Verschwinden einiger Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes zu klären. Doch genau auf diesem Schiff verlor er auch seine Frau und seinen Sohn und ist damit doppelt betroffen. Es sind bereits zu Beginn viele Personen in den Fall verwickelt und nichts ist, wie es zunächst scheint. Die Geschichte hält viele Wendungen bereit und kann eine permanente Spannung aufrecht erhalten, auch der Kontakt zu den Charakteren wird,trotz meiner befürchteten Flüchtigkeit, bestens hergestellt.

Absolute Leseempfehlung! Gerade auch für Gelegenheitsleser sehr geeignet.

Die Geschichte der Bienen – Maja Lund

Drei Zeiten, drei Schicksale und alle verbunden durch die Bienen. Einmal die Entwicklung der Imkerei, die Entstehung der schonenden Bienenstöcke, zum Zweiten die Gefährdung der Gattung, das große Bienensterben und zum Dritten eine Welt ohne Bienen und deren Konsequenzen.

Die Lust auf etwas Anderes hat mir dieses Buch in die Arme gespielt und es hat mir genau das gegeben. Es hat mich sehr beeindruckt wie abhängig unsere Arterhaltung von einer einzigen Tierart sein kann. Es wirkte fast schon etwas surreal, als das Buch einsteigt mit Tao, die in den Bäumen hängt und Pflanzen handbestäubt, doch ist es näher als man sich vielleicht vorstellen kann. Weiter ausgeführt werden die Konsequenzen für das Ausbleiben natürlicher Bestäubung und der Aufwand durch den Menschen, um das Pflanzensterben zu verhindern. Besonders interessiert hat mich daher dieser Handlungsstrang, aber auch die Familiendramen um die Imker waren beeindruckend.

Auch wenn ich mich durch meinen bewussten Umgang mit meiner Umwelt und den Konsequenzen meiner Ernährung und Lebensweise für diese bereits viel auseinandersetze, hat mir diese Geschichte noch Denkanstöße gegeben. Insgesamt beschäftigt sich der Roman zwar in allen Zeitebenen mit den Bienen, jedoch möchte ich nicht den Eindruck vermitteln, es ginge ausschließlich darum. Die Leben der Familien nehmen in der Handlung den größten Raum ein.

Ich empfehle das Buch eher Viellesern, da es kaum Spannungsbögen enthält und sich mehr über eine harmonische Sprache trägt, die oft nur über mehrere Seiten am Stück ihre Wirkung entfalten.